Lauf zur Porta Westfalica

„Nur wo Du zu Fuß warst, bist Du auch wirklich gewesen.“
Johann Wolfgang von Goethe

Das obige Zitat von Goethe hat mich bei unseren Lauf zur Porta Westfalica am gestrigen 09. Mai stets begleitet. Wenn Jörg und ich so Gedankenversunken durch die Landschaft liefen und das Gehirn nach den Sinn des ganzen fragte, war DAS die Antwort.

Um 03 Uhr wurde ich liebevoll von meiner Uhr geweckt und machte mich fertg für die Abreise. Jörg, der am Tag zuvor schon mit seinen WoMo angereist war, stand bereits auf dem Hof und auch er war sicherlich bereits wach. Um kurz vor 4 ging ich mit einen Kaffee in der Hand in sein Domizil und nach einen kurzen „Briefing“ machten wir uns mit leichter Verspätung auf den Weg.

Es war noch recht frisch, so um die 4 °C und wir starteten „LangLang“, also lange Hose, langes Shirt ;-9. Die ersten Kilometer, der Weg verlief durch das Maiental direkt nach Petze, brauchten wir auch noch die Stirnlampe, trotz Vollmond. Dann wurde es aber heller und so langsam kroch auch die Sonne hervor, die uns dann meist von hinten den Rücken wärmte. Über Sibbesse, durch das Despetal nach Gronau über Eime nach Osterwald. Hier war unser erster VP bei der lieben Cousine meiner Frau und Ihren Mann. Sebastian, der uns ein Stück begleiten wollte, empfing uns klatschenderweise und wir freuten uns doch sehr über diese Überraschung. Aber zunächst „mußten“ wir uns verpflegen. Katrin fuhr das volle Programm auf, wir durften ins Haus und ein richtiges Frühstücksbuffet mit allen drum und dran erwartete uns. Das hatte zur Folge das wir minimal länger als geplant sitzen blieben 🙂 Aber das gehört dazu und wir haben es sehr genossen. Vielen lieben Dank Ihr beiden.

Bevor wir wieder starteten rüsteten wir um auf „kurz“ und gemeinsam mit Sebastian liefen gegen 09 Uhr weiter, der Sonne entgegegen …. ach ne, davon.

Bei Salzburg mußte uns Sebastian aber leider schon wieder verlassen da er noch andere Termin hatte, aber schön das er da war. Durch den südlichen Osterwald und durch die Felder, vorbei an verschlafenen Dörfern, rechts und links blühte der Raps, erreichen wir „schon“ zwei Stunden später den nächsten VP in Hohnsen. Hier wartete bereits Kerstin Ihr Cousin Stefan mit seiner Frau Dinah und Sohn Frederik auf uns. Auch diesmal wurden wir wieder super nett versorgt und es war so gemütlich das wir fast vergessen hätten wieder loszulaufen.

Nach gut 56 km erreichten wir den Süntel und ab hier wurde es eigentlich so richtig ernst. Es war ein stetes auf und ab, Berg hoch, Berg runter, Berg hoch, Berg runter…. So sollte es auch fast bis zum Ende hin bleiben. Dadrunter litt natürlich der Performance. Aber wir hatten unseren Spaß. Natürlich haben wir hin und wieder geflucht, Jörg meinte ob man nicht besser hätte durch das Tal laufen sollen, no way. So wie es war, so war es halt.

Nach fast 10,50 Std. erreichten wir unseren VP in Pappmühle. Pappmühle kenne ich ganz gut vom Sünteltrail bei dem ich schon öfters mitgelaufen bin. Hier befindet sich ein Wanderparkplatz von wo aus die Wanderer zum Hohenstein wandern. Beim Sünteltrail gibt es hier einen richtigen VP, wir hatten nur die Wasserstelle aus der wir unsere Flaschen auffüllten mit wunderbar kühlen nass. Wir ließen uns auf der Bank nieder und ruhten uns aus, wahrscheinlich auch hier wieder eine Spur zu lang …. Wohlgestärkt und vor allen erfrischt liefen wir dann weiter bis nach Steinbergen. Zunächst mußten wir aber den Möncheberg bei Rohdental bezwingen. Der Aufstieg war der absolute Wahnsinn. Unter normalen Bedingungen schon schwierig, aber mit 76 km in den Beinen der absolute Hammer. Es ging mit 95% Steigung hoch, ehrlich …. Aber oben dann ein Trail der einfach nur schön war und die Strapazen fast vergessen ließ. Endlich konnten wir mal wieder flüssig laufen, ca 8 km, leicht wellig, meist bergab. Irgendwo zwischendurch war eine Gastwirtschaft, jetzt ein kühles Radler dachte ich noch so …. Dann, plötzlich auf der „Unabhängigkeitsstraße“ 5 km vor Steinbergen, ein Pkw rast mit quitschenden Reifen auf einen Parkplatz auf den wir gerade zulaufen. Wanderer fluchen, wir auch. Aber plötzlich steht da Matze und gibt uns einen zusätzlichen VP. Wie geil, und vor allen: er hat eiskaltes Radler dabei 🙂 Ich glaub, in dem Moment hab ich mich in Ihn verliebt 😉

Wir machen also abermals eine kurze Rast und erreichen um 17:45 Uhr Steinbergen. Hier in Steinbergen gibt es einen Kiosk der uns als VP dienen sollte. Das Problem: er hat nur bis 15 Uhr geöffnet. Aber ich hatte die Tage vorher dort angerufen und mit der Eigentümerin vereinbart das Sie uns etwas draußen deponiert und ich das Geld in den Briefkasten stecke. Perfekt. Es hat super geklappt und so konnten wir uns gestärkt auf die letzte Etappe machen. Noch ca. 20 km bis zur Porta Westfalica. Hört sich wenig an, aber wir wurden ja auch nicht schneller im laufe des Tages und so brauchten wir noch einmal gut 3 Stunden bis nach Porta Westfalica Stadt.

Irgendwo, so 9 km vor dem Ziel rannte uns dann Matze entgegen um uns auf den letzten Metern zu begleiten und gemeinsam brachten wir das Ding dann zu Ende. Der Parkplatz der Porta Westfalica war leider gesperrt und so mußten wir nicht nur hoch, sondern auch wieder runter laufen, wobei mit laufen war da nicht mehr viel. Es war bereits dunkel und ohne Stirnlampe (die lag in Osterwald) und nur mit der Handy Taschenlampe bewaffnet den Berg runter jagen war keine gute Idee ….

Nach 17 Stunden und 42 Minuten hab ich dann die Uhr gestoppt. 102 km auf der Uhr und gerade noch auf dem Weg nach unten zum Parkplatz.

Es war grandios. Der Tag war dieses Jahr bisher das absolute Highlight. Wir hatten viel Spaß zusammen, ruhige Moment, alberten rum, lernten andere Mensch kurz kennen, fluchten wegen der Berge, genossen die Verpflegung bei der Verwandschaft, bestaunten diese tolle Landschaft in der wir leben dürfen und waren aber auch froh als es endlich vorbei war 🙂

„Nur wo Du zu Fuß warst, bist Du auch wirklich gewesen.“, und wir haben es getan.

Danke an Jörg für diesen schönen gemeinsamen Tag. Danke an Katrin und Friedhelm in Osterwald für das Frühstücksbuffet und Sebastian für die kurze Zeit miteinander. Danke auch an Dinah und Stefan für die liebe Bewirtung in Hohnsen und an die Besitzer des Kiosk in Steinbergen.

Der allergrößte Dank geht allerdings an Matze, der uns erneut so toll unterstützt hat und das ganze überhaupt nur möglich gemacht hat. Ihr seid eine Wahnsinnstruppe.

 

PS: Nach Müde kommt blöd. Rechtschreibfehler dürft Ihr behalten, ich hab keinen Bock auf Korrekturlesen 😉

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