Einmal zum Brocken… und zurück


Manchmal hat Corona ja auch was gutes. Da dieses Jahr so ziemlich alle meine bisherigen Ultras ausgefallen sind, schaffe ich es nun endlich einmal Dinge zu unternehmen die schon länger auf meiner Agenda standen. Eins davon war einmal mit dem Rad vom Brocken nach Schierke zu „düsen“. Das haben wir nun gestern gemacht… mit Anlauf.

„Wir“, das sind in diesen Fall mein Lieblingsbruder und ich. Eigentlich seltsam, aber es brauchte tatsächlich fast 50 Jahre das wir mal so eine Aktion starten. Um 0518, also mit leichter Verspätung machten wir uns auf, den Brocken zu „erradeln“ – Streckenlink. Es war noch dunkel und so brauchten wir Beleuchtung, bereits nach 200 Metern fiel meine Lampe aus und so drehten wir um damit wir Ersatz holen konnten.

Nun konnte es aber endlich losgehen, ähmm fahren. Über Bockenem und Jerze fuhren wir zunächst in Richtung Langelsheim. Ein paar Streckenschwierigkeiten gab es zu überwinden, da plötzlich dort wo vermutet keine Radwege vorhanden waren 😉

Wir fuhren so viel es ging natürlich auf den Radwegen auch wenn deren Zustand oft sehr grenzwertig war und man eigentlich eher ein Mountainbike hätte gebrauchen können. Durch Goslar ging es weiter über Oker nach Bad Harzburg. In Oker holten wir uns beim Bäcker ein zweites Frühstück und in Bad Harzburg, bei KM 50, gab es noch Getränke Nachschub.

Der eigentliche Plan war die B4 bis Torfhaus zu fahren und den Brocken über den Goetheweg anzufahren. Aber bereits nach wenigen KM auf der B4 entschlossen wir uns lieber über den Hirtenstieg anzureisen. Die B4 macht einfach keinen Spaß und ich befürchtete auch das es auf den Goetheweg zu voll sein kann (was es auch war).

Also verließen wir die B4 beim Radauwasserfall und fuhren über die Eckertalsperre, Scharfenstein, Hirtenstieg hoch zum Gipfel. Der Trail gleich nach der Talsperre bedeutete für uns natürlich das wir schieben mußten, teilweise sogar das Rad tragen durften. Der 4 km langen Hirtenstieg war auch nicht gerade ein Geschenk, schon nach nicht einmal 500 m mussten wir absteigen und schieben. Mit unserer Übersetzung und den Rädern an sich, war das nicht fahrbar.

Um halb 12, also nach ca. 6 Stunden, erreichten wir dann den Gipfel. Es war windig und ein wenig frisch und so pausierten wir nur kurz und machten uns auf den Downhill in Richtung Schierke. Was soll ich sagen: Es war voll. So viele Menschen hab ich schon lange nicht mehr gleichzeitig beim Aufstieg zum Brocken gesehen. Es war als gäbe es was umsonst dort oben. Das schlimmste aber war das sich nur die allerwenigsten daran hielten wo sie zu gehen haben (links). Es waren solch ein Durcheinander das es ein echtes Hindernisfahren war. Ab den Gelben Brink wurde es besser und wir konnten ein wenig entspannter herunter flitzen. Hat schon Spaß gemacht 🙂 …

Wir fuhren allerdings nicht bis ganz nach Schierke, sondern bogen ab zum „Hartmannshai“ (wie passend) auf den „Toten Weg“ um über den „Bösen Hund“ nach Königskrug zu gelangen. Am „Bösen Hund “ fing es an zu regnen, zum Glück nur kurz, vielleicht 15 Minuten, dafür waren die Regentropfen so groß wie Tennisbälle, mindestens, und ein wenig Hagel war auch dabei.

Ab Königskrug fuhren wir dann nur noch Straße. Endlich mal wieder richtig meter machen, auch wenn der Straßenverkehr natürlich nervt und man sehr konzentriert sein muss, so hatten wir doch unseren Spaß. Vor allen Berg ab 🙂

Thomas fuhr mittlerweile trocken, hatte nichts mehr zu trinken. Wir ließen die erste Tankstelle in Clausthal links liegen- wird sich ja schon noch ein Markt finden … Falsch gedacht, da kam nix und schwubst waren wir schon wieder raus aus Clausthal 🙁 Die nächste Möglichkeit, das Besucherzentrum der Iberger Tropfsteinhöhle. Hier hatten wir zumindest die Möglichkeit etwas zu erwerben, Cola, Wasser und ein Muffin. Eine kurze Pause gönnten wir uns auch. Brüderchen hatte ein wenig Schulterschmerzen, aber es ging ja nur noch Berg ab.

Bis Seesen fuhren wir auf der B242, bzw. auf dem Radweg. In Seesen dann noch ein letztes mal nachtanken und nach knapp über 12 Stunden erreichten wir überglücklich unser Ziel in Wehrstedt.

Das ganze war eine schöne Tour. Für mich das erst mal über diese Distanz. Meine Sorge das die Handgelenke oder der Rücken versagen hat sich nicht bestätigt, im Gegenteil; mir geht es erstaunlich gut. Sicherlich werden wir so etwas in der Art mal wieder machen.

 

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