Local Runner: Alexander Hundt

  • Name: Alexander Hundt (FB Alex Vogel)
  • Jahrgang: 1982
  • Ort: Hannover
  • Beruf: Unternehmensberater
  • Webseite: about.me/alexanderhundt

Wie bist Du zum laufen gekommen ?

Zum Laufen hat mich schon sehr früh mein Dad angestiftet. Er ist mit mir während der Grundschule vor den Bundesjugendspielen zur Vorbereitung ab und an um den örtlichen Teich gejoggt. Als schmächtigem Nerd lagen mir schon damals die 1.000m Läufe als Ersatz für 50m Sprints näher. Mit 21 bin ich beim Sparkassen-Marathon meinen ersten 10km Wettkampf gelaufen, allerdings blieb es dann auch mangels Laufpartner und konkreten Zielen erstmal dabei.

Bis ich vom Strongman Run in Weeze hörte, dem damals noch einzigen deutschen Nachahmer des Tough Guy. Meinen Kumpel Ben, der gerade Dank Bund und Polizeiausbildung in Laufbegeisterung ausbrach, konnte ich von 16km Schinderei schnell überzeugen. Unsere Egos waren schon früher größer als unser Verstand, also konnte keiner einen Rückzieher machen. Ich kam mit Krämpfen in beiden Waden über die Ziellinie gehumpelt und war mir trotzdem sicher, das mache ich nächstes Jahr nochmal.

Ben revanchierte sich für die Mordsidee 2011 mit einer neuen Herausforderung: Harzquerung, 51km Ultramarathon. Hatte ich noch nie von gehört, aber wer meint, ihm reiche ein Marathon nicht, der sollte eh mal zum Kopfdoktor gehen. Direkt klopfte das Ego wieder an, wenigstens bis zum Marathon wollten wir es schaffen. Wider Erwarten standen wir nach 6:45h breit lachend im Ziel. Das Team „Der Bulle & der Freak“ war geboren. Seitdem hat das Laufen endgültig einen großen Stellenwert bei mir und es kommen Jahr für Jahr mehr Läufe, neue Ideen und vor allem ein großer Kreis faszinierender Läufer hinzu.

Was bedeutet für Dich das laufen, was ist Dir wichtig ?

Laufen ist für mich heute ganz klar der Kontrast zu meinem Beruf. Mal nicht für jeden vor- und mitdenken zu müssen und nur für sich selbst verantwortlich zu sein, das macht den Kopf frei für neue Ideen. Mir ist vor allem wichtig, beim Laufen etwas sehen können. Ich laufe deswegen am Liebsten dort, wo mich eine Strecke bereits beeindruckt hat oder wo ich noch gar nicht gewesen bin. Für mich ist wortwörtlich der Weg das Ziel. Ich mache bei jedem Wettkampf gerne unterwegs Fotos, mittlerweile auch Videos. Mir also völlig egal, wie lange ich am Ende brauche, sofern ich das Erlebnis genießen kann. Wenn dabei eine persönliche Bestzeit zufällig rauspurzelt, freue ich mich natürlich.

Außerdem brauche ich ein konkretes Ziel vor Augen, eine Herausforderung, auf die ich mich freuen kann.

Was waren bisher Deine sportlicher Höhepunkte ?

Da sind natürlich viele „erste Male“ dabei. Der erste Ultra über 50km war ein unglaubliches Gefühl unterwegs und im Ziel, zumal bei tollem Wetter. Das erste Mal 100km beim Thüringen Ultra, das letzte Stück in praller Sommerhitze über offene Felder. Außerdem konnte ich jetzt bereits zweimal die winterliche Brocken-Challenge mitlaufen. Der Empfang eines jeden Läufers im Goethesaal hat mich beide Male überwältigt.

Lange zurückblicken werde ich wohl auch auf meinen ersten Gipfelaufstieg zum „Dach Sardiniens“. Dort oben am Gipfelkreuz zu stehen und eine ganze Insel überblicken zu können war wirklich der Hammer. Da brauche ich mehr von.

Deine Ziele und Pläne für die Zukunft ?

Dieses Jahr steht im Sommer erst der Swiss Alpine K78 an, das erste Mal Alpenluft schnuppern. Danach möchte ich mich Ende August nochmal beim Rennsteig-Nonstop an meinen ersten 100 Meilen Finish wagen, den ich vor zwei Jahren leider nicht gepackt habe.

Das vorerst ultimative Ziel ist für mich vielleicht in zwei Jahren die Teilnahme beim Transalpine Run. Da möchte ich das Team Bulle & Freak sehen. Wenn ich jetzt noch träumen darf, dann beginnt mich wirklich langsam die Wüste zu reizen, auch wenn das noch ein weiter Weg ist. Und sollte sich mein Wunsch einer Japan-Reise irgendwann erfüllen, werde ich diese Insel nicht verlassen ohne auf dem Fuji gestanden zu haben.

Was machst Du sonst noch so in Deiner Freizeit ?

Viel zu viel, deswegen sind meine Zeiten ja so schlecht. Ich bin nebenher Gastwissenschaftler am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und arbeite langsam auf eine Promotion hin, die ich bis 2017 hoffentlich schaffe. Als echter Nerd kann und will ich mich außerdem nicht von Netflix und PC-Spielen trennen. Das Motorrad will auch bewegt werden und vor all diesen Aktivitäten hat meine Freundin noch ihr königliches Veto-Recht. Gott sei Dank ist sie da (noch) sehr geduldig.

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