
Was für ein Samstag! Nachdem der erste Versuch, die Externsteine zu erlaufen, am 27. Juni wegen extremer Hitze nach 65 Kilometern abgebrochen werden musste, wagten wir am 29. August den zweiten Anlauf – diesmal allerdings zunächst ohne Andreas an der Startlinie.
Wie schon beim ersten Mal fiel der Startschuss fast pünktlich um 3:00 Uhr morgens in Wehrstedt. Mit von der Partie waren mein Mitläufer Jörg sowie Daniel, der uns auf dem Gravelbike begleitete und das Wechselgepäck transportierte. Während im Juni die Stirnlampen bereits ab Almstedt im Rucksack verschwinden konnten, benötigten wir sie diesmal sogar bis hinter Alfeld.
Die Route führte uns erneut über Alfeld, Grünenplan und Eschershausen nach Polle, wo wir die Weser mit der Fähre überquerten. Von dort ging es wie gewohnt weiter nach Falkenhagen. Dort hatte die Verwandtschaft – selbst in Abwesenheit – für eine hervorragende Verpflegung gesorgt.
Der Weg bis zu diesem Punkt war bestens bekannt. Dank der deutlich angenehmeren Temperaturen lief es wesentlich flüssiger als noch im Juni, was sich rasch in der Durchgangszeit niederschlug: Nach 65 Kilometern erreichten wir Falkenhagen relativ fit um 13:00 Uhr – nach knapp zehn Stunden Reine Laufzeit. Zum Vergleich: Im Juni hatten wir für dieselbe Distanz 11 Stunden und 45 Minuten benötigt und waren völlig verausgabt gewesen.
In Falkenhagen begann die zweite Phase der Route – und damit das Betreten von Neuland. Unbekannte Abschnitte und Wälder warteten auf uns. Und es kam, wie es kommen musste: Der geplante Aufstieg zum Großen Pulzkopf, mit 446 Metern der höchste Punkt der gesamten Strecke, erwies sich als faktisch unlaufbar. Ein Umweg von rund zwei Kilometern war die Folge.
Das kostete wertvolle Körner. Umso größer war die Erleichterung, als uns Andreas am Waldrand von Schieder überraschend mit einem ersten Verpflegungspunkt (VP) in Empfang nahm. Nach dem Auffüllen der Energiespeicher blickten wir bereits zuversichtlich auf den nächsten Support von Andreas bei Kilometer 92.
Ab diesem Zeitpunkt behielt allerdings der Wetterbericht recht: Leichter Regen setzte ein, durchsetzt von gelegentlichen kräftigeren Schauern. Doch auch diesen Bedingungen trotzten wir. Nach knapp unter 17 Stunden erreichten wir schließlich unser Ziel: die Externsteine. Auch im Ziel war Andreas bereits vor Ort – schließlich oblag ihm die wichtige Aufgabe, uns wieder wohlbehalten nach Wehrstedt zurückzubringen.
Fazit zum Abbruch im Juni: Die damalige Entscheidung war absolut richtig. Im Juni wären wir kaum bis Schieder gekommen. Und selbst wenn wir das Ziel erreicht hätten, dann wohl erst gegen Mitternacht – ein Szenario, das wahrlich niemand braucht.

Ein herzlicher Dank gilt meinen Mitläufern Jörg und Daniel für die gemeinsamen Kilometer sowie Andreas für den unersetzlichen Support an der Strecke und für die tollen Fotos. Ebenso danken wir Ute, Peter und ganz besonders Anke, die den Verpflegungspunkt in Falkenhagen so kurzfristig möglich gemacht hat.













