5. Sunrise Rock 2021

Schon bereits eine Woche ist unser Lauf zum Brocken von Wehrstedt aus her. Die Zeit vergeht wie im Flug. Der 5. Sunrise Rock war wieder ein besonders schönes Unterfangen. Jeder Sunrise Rock hat einen vollkommen anderen Charakter. Das liegt natürlich auch daran das die Strecke immer ein wenig anders ist und auch die Teilnehmer immer wieder andere sind. Zwei die stets dabei sind, Matthias und Andreas haben schöne Berichte geschrieben die ich hier veröffentlichen darf. Die Bilder am Ende der Seite sind von Bent, Andreas, Matthias und mir. Viel Spaß beim lesen.

Andreas:

SunriseRock – so heißt der von Michael organisierte private Lauf von Wehrstedt zum Brocken. Immerhin schon die 5. Ausgabe – das kann also eigentlich nur gut sein.
Soviel vorweg – es war wieder ein tolles kleines Abenteuer. Am Freitag Nachmittag machten wir uns zu sechst auf den Weg Richtung Brocken. Das Spannende an diesem Weg: Es geht kaum über Asphalt, die längste Zeit läuft man im Dunkeln und der Brocken ist das (Zwischen-)Ziel.
Aber noch war es hell und am Anfang geht es hauptsächlich über Feldwege. Natürlich gibt es auch die ersten trailigen Einlagen aber insgesamt ein gemütliches Einlaufen. Bei km12 in Lamspringe hatte Micha einen kleinen VP deponiert sodass man schon ein bisschen Nachtanken konnte. Gestärkt ging es nun auf den ersten längeren Trail für gut 10km immer durch den Wald – wunderbar. Die aufkommende Dämmerung erforderte nun langsam auch das Licht der Kopflampen und der Charakter des Laufes wurde langsam deutlich.
Nachdem die A7 unterquert wurde wartete auch schon der nächste VP bei km28 in Seesen. Hier versorgte uns Micha’s Frau aus dem Auto mit allem was das Herz begehrt.
Hinter Seesen ging es wieder in den Wald und nun auch stetig bergan. Kurz vor dem Sternplatz gibt es dann auch ausnahmsweise mal ein bisschen Asphalt aber dafür durften wir dann wieder im Wald die erklommenen Höhenmeter gen Lautenthal zu nichte machen. Natürlich geht es danach wieder hinauf und spätestens hier merkt man dass man im Harz läuft. Zum Glück gab es in Hahnenklee schon wieder einen VP. Christoph hatte beschlossen sich für uns Verrückte die Nacht um die Ohren zu schlagen und so bereitete er uns kurz nach Mitternacht einen erstklassigen VP. Heißer Kaffee und Brühe sind da schon ein echter Luxus.
Weiter geht es den Berg hinauf bis nach Schalke (nein, nicht Gelsenkirchen) und von dort wieder hinab bis nach Schulenberg. Hier überquerten wir zwei Arme des Okerstausees und werden schon wieder von Christoph an einem VP empfangen. Jetzt hat er sogar den Kocher angeworfen und Schupfnudeln vorbereitet – unglaublich. Auch wenn wir hier gerne länger verweilt hätten verabschieden wir uns von Christoph und auch an dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön. Also geht es wieder weiter und natürlich – bergan. Nachdem wir einen weiteren Arm des Okerstausees überquert hatten geht es dem Verlauf des Kellwassers folgend Richtung Torfhaus. Die Stimmung ist gut und die Steigung gut laufbar. Auf halber Strecke Richtung Torfhaus kommt uns dann Christian entgegen, der uns den Rest der Strecke begleiten wird, den VP am Torfhaus bestückt hat und die logistisch knifflige Aufgabe der Rückfahrt übernehmen wird. Wieder zu sechst geht es also zum Torfhaus – unserem nun schon letzten VP. Die Vorräte werden nochmal aufgefüllt und warme Sachen für den Gipfel angezogen oder griffbereit verstaut.
Nun also steht der Schlussanstieg zum Brocken an. Da wir nun doch schon alle ein bisschen müde sind wird jetzt etwas mehr gewandert als gelaufen – ach nee, ganz anders – wir sind bisher zu schnell gelaufen und müssen langsamer machen um den Sonnenaufgang zu erwischen. Der geneigte Leser darf sich eine Erklärung aussuchen 😉.
Auch wenn es immer diesiger wird ist uns das Wetter insgesamt doch gnädig. So kommen wir ohne Probleme exakt zur Dämmerung oben auf dem Brocken an. Es ist typisches Brockenwetter, die Sicht keine hundert Meter aber für einen Schnappschuss vor dem Brockenstein reicht es immer. Auf den Sonnenaufgang hinter den Wolken wollen wir dann doch nicht warten denn das interessante an diesem Lauf ist: Der Brocken ist ja nicht das Ziel. Man muss ja wieder runter und so gibt es noch einen entspannten Downhill zum ersehnte Zielbier am Torfhaus.
Zufrieden klatschen wir uns alle ab. Micha hat wieder tolle Medaillen gebastelt und so gibt es auch ein echtes Finisher-Foto.
Schnell ziehen wir uns noch ein paar warme Sachen an und mit dem Auto geht es nach Bad Harzburg für ein kleines Frühstück.
Wie immer – SunriseRock war wieder ein super tolles Erlebnis. Eine wunderbare Strecke in unglaublich angenehmer Laufgemeinschaft – danke euch allen dass ich dabei sein durfte, vor allem natürlich Micha, seiner Familie und allen anderen Helfern die uns dieses entspannte Erlebnis ermöglicht haben. Ich hoffe auf eine sechste Auflage 😊
Edit: Das affeng… Video von Micha
https://www.youtube.com/watch?v=pFF_xwY0aVs

Matthias

1. kommt es anders
&
2. als man denkt
Michael hatte Anfang Juni mal wieder zum legendären „Sturm auf den Brocken“ geladen.
Ein dunkles, langes und wettertechnisch unsicheres Unterfangen.
Start ist und war immer kurz vor Sonnenuntergang in Wehrstedt in der Zentrale des Wahnsinn.
Ziel war natürlich unmittelbar vor Sonnenaufgang 🌄 der Brocken.
Voller Optimismus (mit ein bisschen Naivität) sagte ich nach kurzer Bedenkzeit zu.
Der Körper weiß ja was er kann 😉
Bedenken deshalb weil mein letzter Ultra der SuMeMa im Januar 2020 war.
Dazwischen lag nur der Osterwald Marathon und der Sölterweg mit 47km.
Gefolgt von einer langen Radeinheit zur Küste und unzähligen Pendelstrecken zur Arbeit, die wohl zur Konditionserhaltung einen wesentlichen Beitrag leisteten.
Und so liefen wir um 17:00 Uhr mit gedrosseltem Tempo in einer 6er Kombo los bis zum 1. VP in Lamspringe bei km 12.
Gefolgt von VP 2 in Seesen bei km 28. Hier erwartete uns Kerstin mit unseren Dropbags für die Nacht.
Ich wechselte hier gezwungenermaßen freiwillig meine Schuhe – die 3 Jahre alten LaSportiva haben nun ihre letzte Ölung erhalten – und schlüpfte in die Topo Ultrafly.
Ab Seesen wurde es bergig so richtig mit auf und nieder immer wieder. Zum Sternplatz hinauf und nach Lautenthal hinab und wieder hinauf nach Hahnenklee zu VP 3 bei km 45.
Christoph zauberte hier und auch beim nächsten VP km 56 einen fabelhaften VP mit zusätzlicher Brühe, Schupfnudeln und Kaffee.
Innerlich wartete ich ehrlich schon lange auf den Leistungsverfall gefolgt mit sofortigem Einbruch…kam aber irgendwie dann doch nicht.
Nach der 2. Überquerung der Okertalsperre, im Anstieg zum Torfhaus fand ich aufeinmal mein Tempo und wie auch immer konnte ich das tatsächlich halten – lief einfach ☺️….flow?? Keine Ahnung 🤷🏻‍♂
Kurz vor Torfhaus kam uns dann noch Christian entgegen der uns frisch und motiviert bis zum Brocken und zurück begleitete und im Anschluss die letzten verbliebenen „Nachteulen“ zurück nach Hause fuhr. (Ich fuhr übrigens im Anschluss zur Arbeit – nur so nebenbei erwähnt 😬🙈)
Torfhaus erreichten wir ziemlich Zeitnah und früh. Nach der langen Pause hatten wir immerhin noch 2 Stunden Zeit bis zum Sonnenaufgang.
Also folgte ein Mix aus laufen-wandern-laufen….usw.
Oben angekommen…im dichten Nebeltreiben, bei einer für den Brocken „zarten“ Briese und noch immer dunkel dazu, gabs ein kurzes Gipfelfoto bevor wir den Abstieg zum Torfhaus antraten.
Endlich am Ziel der Begierde angekommen : das ZIELBIER 🍺
Nach Genau 14:54 Std. war das kurzeweilige Abenteuer schon wieder vorbei.
Eigentlich ging es zum Abschluss immer in das Hallali am Torfhaus (Carboloading) – das ging aber leider 2020 in Licht auf 🔥 und so gab es zum Abschluss Kaffee, Brötchen, Kuchen usw. beim örtlichen Bäcker in Bad Harzburg.
Danke nochmal an alle für das Ganze drumherum.
cu 2021 🤘😎

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