
0300 in Wehrstedt. Jörg, Andreas, Daniel und ich machen uns auf den Weg zu den Externsteinen, das Ziel rund 100 km entfernt. Die Temperatur morgens um 03 Uhr schon bei gut 25 Grad. Die Medien erzählen schon die ganze Woche, dass Samstag der heißeste Tag des Jahres sein wird. Paahh , das kann uns nicht schrecken, nützt ja nix.
Daniel begleitet uns mit dem Rad und transportiert auch unsere Wechselklamotten, ein Service der nicht zu verachten ist.
Bis Almstedt brauchen wir noch die Stirnlampen, dann wird es schon langsam hell. Wir werden mit einem schönen Morgenrot belohnt und tauchen dann oberhalb von Grafelde in den Wald hinein um uns dann in Sack auch gleich wieder auszuspucken.
Es ist natürlich schon sehr warm aber der große gelbe Planet ist noch nicht richtig am Start und so ist es noch erträglich. Durch Alfeld hindurch und bei Gerzen (wo Andreas sich unbedingt eine Fliege fangen musste, weil er ja schon so ein Hunger hat) dann wieder in den Wald mit Ziel Grünenplan (km 24). Hier erhoffte ich mir eine schöne kalte Cola, aber Grünenplan ist so ein wenig am Aussterben…. da gab es nichts mehr für uns.
Von GP ging es nun wieder weiter durch den Wald nach Eschershausen (km 34). Die Sonne ist spätestens seit Gerzen auch bei uns und hält uns schön warm. In den Wäldern, dort wo es schattig ist und auch ein wenig Feucht, da fühlen sich übrigens die Bremsen oder Blinde Fliegen sehr wohl….. Ich wage zu behaupten das diese Plagegeister mindestens genauso nervig waren wie die hohen Temperaturen (wobei bei den Temperaturen vielleicht „nervig“ das falsche Wort ist).

In Eschershausen können wir uns nun das erste Mal richtig ausführlich verpflegen. Wir kippen uns hinein was geht und essen auch eine Kleinigkeit. Das Tempo unserer kleinen Truppe hat durch die Temperaturen doch schon arg gelitten und zwingt uns immer wieder zu Gehpausen. Bis zum nächsten offiziellen VP in Lütgenade (km 45) den uns York, ein Kumpel von Jörg errichtete (vielen lieben Dank dafür), liefen wir auf Feldwegen und Landstraßen, was bedeutet das an Schatten kaum zu denken war. In Golmbach, einen km vor unseren nächsten VP stießen wir auf eine erst im März eingeweihte „Verkaufsbox“…. das war ein Geschenk des Himmels, da drinnen war es kalt, und es gab unter anderen eiskalte Getränke. Danke an Golmbach.
In Lütgenade kümmerte sich dann zwar York schon wieder um uns, aber jede noch so kleine Pause war gern gesehen. Nach weiteren fast 10 km standen wir an der Weser in Polle und setzten mit der Fähre über. In Polle (km 55) hatten wir dann erneut die Möglichkeit uns in einen Supermarkt zu verpflegen. Andreas hatte die glorreiche Idee eine Sack Crush Eis zu kaufen. Das Eis stopften wir uns in die Flaschen und unter bzw. in die Kopfbedeckung…. das war wie Weihnachten. Die Kühlung hielt zwar nur max. 25 Minuten an aber war so grandios … Ich tropfte die ganze Zeit wie ein Kieslaster auf den nächsten Metern.
Bis Falkenhagen, also die nächsten 10 km, mussten wir Mega viel gehen, an Laufen war nur noch selten zu denken und zumindest bei mir machte sich immer mehr der Gedanke breit in Falkenhagen das Abenteuer zu beenden. In Falkenhagen angekommen kam uns auch schon Joschua auf dem Rad entgegen. Und brachte uns zu ihm nach Hause wo der nächste VP sein sollte. Wir machten es uns im Garten gemütlich und rechneten kurz aus wie lange wir noch unterwegs sein würden und was das für alle rein Zeit technisch bedeuten würde (wir mussten ja auch noch nach Hause gebracht werden). Nach kurzer Absprache beschlossen wir die Uhren zu stoppen und es hier gut sein zu lassen. Auch wenn wir nun unser eigentliches Ziel nicht erreicht haben fühlte es sich nicht wie ein DNF an. So wie es war, war es gut.

Joschua brachte uns dann noch zurück nach Wehrstedt und nach einem letzten Abschlussbier konnte ich endlich unter die langersehnte Dusche springen ….. Jaaaaaaa.
Vielen lieben Dank an dieser Stelle noch einmal an York und Joschua mit seiner Familie und auch an Andreas, Jörg und Daniel das ich diesen Tag mit Euch erleben durfte. Die Fotos sind von Jörg, Andreas, Daniel und von mir 😉














